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Wer sorgt eigentlich
später mal für mich?

Vorsorglich schlau!
Weil ehrenamtliche Sammelpunkte
ein Leben lang in Hilfe eintauschbar sind.

Nachbarschaftshilfe, Dein Nachbar e.V.

In Deutschland leben derzeit 81 Millionen Einwohner. Davon sind nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Mehr als zwei Drittel (1,86 Millionen) dieser Menschen werden zu Hause versorgt.

Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Menschen, die zwar laufend Unterstützung im alltäglichen Leben benötigen, aber nicht schwer genug pflegebedürftig sind, um unter Pflegestufe I zu fallen. Leider gibt es laut ifo Institut weder für Hilfsbedürftigkeit noch für Pflegestufe 0 eine eindeutige Definition, so dass Zahlen zu diesem Personenkreis stark schwanken. Das Institut geht bei einer restriktiven Definition von einem Verhältnis von 1:1 zwischen Pflegebedürftigen und nicht pflegebedürftigen Hilfebedürftigen aus, was einer Zahl von weiteren 2,6 Millionen Menschen entspricht. Im ambulanten Bereich müssen wir folglich mit einer Zahl von 4,46 Millionen Menschen mit Hilfebedarf rechnen. Das entspricht 5,5% der Bevölkerung.

 

Für 2030 prognostiziert das Statistische Bundesamt einen Bevölkerungsrückgang auf 77,3 Mio. Einwohner und gleichzeitig einen Anstieg der Pflegebedürftigen um über 30% auf 3,4 Mio.

Behält man das oben beschriebene Verhältnis bei, so kann man für das Jahr 2030 mit 5,8 Mio. ambulanten Hilfsbedürftigen rechnen. Das entspricht dann 7.5% der Bevölkerung, also einen Anstieg von 37%! Zwei Drittel (1,25 Mio.) der ambulanten Pflegebedürftigen werden durch pflegende Angehörige versorgt und nur ein Drittel durch ambulante Pflegedienste. Rechnet man die Hilfsbedürftigen ohne Pflegestufe dazu, so werden 3,85 Mio. Hilfsbedürftige (4,8% der Bevölkerung) in Deutschland durch Angehörige versorgt.

Während 2010 noch 3,8 Menschen der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren auf einen über 80 Jährigen kamen, so sind es im Jahr 2030 laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung nur noch 2,5. Wir verzeichnen also einen Rückgang des Intergenerationalen Unterstützungskoeffizienten von 34%!

 

 

Die Anzahl potentieller pflegender Angehöriger wird also extrem sinken und von der Altersstruktur immer betagter.

Nachdem wir bereits heute einen Pflegefachkräftemangel in Deutschland verzeichnen und Experten laut Aussage der Süddeutschen Zeitung vom 02. Juni 2015 für das Jahr 2025 einen zusätzlichen Personalbedarf von zwischen 150.000 und 370.000 Fachkräften prognostizieren, wird es aus dieser Richtung keine zusätzliche Unterstützung geben. Es gibt jedoch eine Vielzahl benötigter Dienstleistungen, die von nahezu jedem Bürger erbracht werden können, ohne dass es einer Ausbildung zur Pflegfachkraft bedarf und mit Stundensätzen von über EUR 40,- kalkuliert werden muss.

Zudem gibt es in Deutschland auch viele Mitmenschen (29 Mio freiwillig Engagierte, Freiwilligensurvey 2009), die bereit sind anderen zu helfen und auch über genügend Zeit verfügen. Die Bandbreite reicht vom Rentner mit entsprechender Freizeit bis hin zu Hausfrau mit inzwischen weniger betreuungsintensiven Kindern. Sogar bei voll berufstätigen Menschen sind entsprechende Kapazitäten vorhanden, diese werden jedoch aus Unkenntnis über den Bedarf in unmittelbarer Nähe und aufgrund Zeitmangels zur notwendigen Organisation schlicht nicht abgerufen.

Während in unserer Bevölkerung sicherlich eine große Hilfsbereitschaft zu verzeichnen ist, so lässt sich doch erkennen, dass auch ältere Menschen sich in Ihrer Freizeitgestaltung durch Verpflichtungen nicht einschränken möchten. Dementsprechend bedarf es eines höchst effizienten, unkomplizierten und für den ehrenamtlichen Helfer flexiblen und nicht zwingend langfristig bindenden Unterstützungsnetzwerkes.

 

In folgendem Schaubild haben wir die aktuelle Situation des Hilfebedarfs und einen Ausblick für das Jahr 2030 zusammengefasst:

Aktuelle Situation des Hilfebedarfs und einen Ausblick für das Jahr 2030