Wie viele unserer Klienten lässt sich Herr Kaschuba nicht von äußeren Umständen beeindrucken, wenn es darum geht, sein Leben zu gestalten. Das heißt, so gut es eben geht.

Schon beim Betreten von Johann Kaschubas Wohnung merkt man, dass ein positiver Mensch hier wohnt. Und dann rollt er um die Ecke. Positiv, kommunikativ und unterhaltsam.

„Ich lebe mit MS, aber nicht die MS mit mir“, sagt er. Und das nimmt man ihm sofort ab. Er war erst 27 Jahre alt, als 1983 die neurologische Erklankung Multiple Sklerose bei ihm festgestellt wurde. Damals war er gerade erst von seinem Geburtsort Schlesien nach München gezogen.

Diese Nachricht hielt Kaschuba vorerst nicht davon ab, seinem anspruchsvollem Beruf in der Qualitätssicherung bei BMW nachzugehen. Erst vor 14 Jahren musste er vor den Gleichgewichtsstörungen kapitulieren und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Seitdem arbeitet er nicht mehr, hält sich aber trotzdem fit und trainiert jeden Tag.

Willen zur Selbständigkeit

Für draußen hat Johann Kaschuba einen Elektrorollstuhl. Innerhalb der Wohnung bewältigt er in seinem kleinen und wendigen Rollstuhl die allermeisten Hausarbeiten und kann sich selbst bestens versorgen. Auch bei unserem Besuch haben wir fast vergessen, dass uns ein Mensch mit Behinderung gegenübersitzt.

Ehrenamtliche Helfer für Unterstützung und Gesellschaft

Nur das Putzen und wenige andere Tätigkeiten wurden irgendwann zu beschwerlich und Herr Kaschuba wandte sich 2017 an Dein Nachbar. Wir konnten ihm Frau Kern vermitteln, die ihm dann jede Woche 3 Stunden im Haushalt half. „Wir haben uns super verstanden und sind sogar Freunde geworden,“ sagt Herr K. „Dass man im Ernstfall auf Unterstützung zählen kann, ist ein gutes Gefühl“. Als Frau Kern aus privaten Gründen nicht mehr kommen konnte, fanden wir problemlos eine Nachfolge.  Herr K. bleibt gut versorgt.

Ein ungewöhnliches Hobby

Fit bleibt Johann Kaschuba nicht zuletzt aufgrund des Tanzsports. 2010 lernte er in der Rollstuhltanzgruppe des USC München seine langjährige Tanzpartnerin kennen. Seitdem bilden die beiden eine beschwingte Einheit. Eva auf 2 Beinen, Johann auf 2 Rädern. Die beiden harmonieren so gut, dass sie bei zahlreichen Wettbewerben teilnehmen und sich an den Erfolg bei Tanzturnieren schon fast gewöhnt haben. Darauf sind sie beide sehr stolz. Mit Recht, finden wir, und werden weiterhin dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

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