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In Deutschland leben aktuell 81 Millionen Menschen. Das Statistische Bundesamt zählt 2,6 Millionen Pflegebedürftige im Sinne des Pflegeversicherungs-Gesetzes.


Mehr als zwei Drittel werden zu Hause versorgt.

Eine Gruppe von Betroffenen wird aber vom keiner Statistik erfasst: Menschen, die nicht in die Pflegestufe I fallen, aber dennoch regelmäßig Hilfe benötigen bei den Aufgaben des täglichen Lebens. Man kann ihre Zahl nur schätzen und geht heute davon aus, dass es mindestens ebenso viele sind, also rund 2,6 Millionen.

Für die Frage nach einer ständigen Hilfe in den eigenen vier Wänden – eben auch auf ehrenamtlicher und nachbarschaftlicher Basis – ergibt sich somit ein Wert von knapp 4,5 Millionen Betroffenen, was rund 5,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Wir sprechen hier vom Stand im Jahr 2014. Blickt man in die Zukunft und weiß, dass ein Großteil der Hilfebedürftigen älter als 80 Jahre ist, ergeben sich schier dramatische Zahlen.


Für 2030 prognostiziert das Statistische Bundesamt einen Bevölkerungsrückgang auf 77,3 Mio. Einwohner und gleichzeitig einen Anstieg der Pflegebedürftigen um über 30% auf 3,4 Mio.

Behält man das oben beschriebene Verhältnis bei, so kann man für das Jahr 2030 mit 5,8 Mio. ambulanten Hilfsbedürftigen rechnen. Das entspricht dann 7.5% der Bevölkerung, also einen Anstieg von 37%! Zwei Drittel (1,25 Mio.) der ambulanten Pflegebedürftigen werden durch pflegende Angehörige versorgt und nur ein Drittel durch ambulante Pflegedienste. Rechnet man die Hilfsbedürftigen ohne Pflegestufe dazu, so werden 3,85 Mio. Hilfsbedürftige (4,8% der Bevölkerung) in Deutschland durch Angehörige versorgt.

Während 2010 noch 3,8 Menschen der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren auf einen über 80 Jährigen kamen, so sind es im Jahr 2030 laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung nur noch 2,5. Wir verzeichnen also einen Rückgang des Intergenerationalen Unterstützungskoeffizienten von 34%!

Die Anzahl potentieller pflegender Angehöriger wird also extrem sinken und von der Altersstruktur immer betagter.

Nachdem wir bereits heute einen Pflegefachkräftemangel in Deutschland verzeichnen und Experten laut Aussage der Süddeutschen Zeitung vom 02. Juni 2015 für das Jahr 2025 einen zusätzlichen Personalbedarf von zwischen 150.000 und 370.000 Fachkräften prognostizieren, wird es aus dieser Richtung keine zusätzliche Unterstützung geben. Es gibt jedoch eine Vielzahl benötigter Dienstleistungen, die von nahezu jedem Bürger erbracht werden können, ohne dass es einer Ausbildung zur Pflegfachkraft bedarf und mit Stundensätzen von über EUR 40,- kalkuliert werden muss.

Zudem gibt es in Deutschland auch viele Mitmenschen (29 Mio freiwillig Engagierte, Freiwilligensurvey 2009), die bereit sind anderen zu helfen und auch über genügend Zeit verfügen. Die Bandbreite reicht vom Rentner mit entsprechender Freizeit bis hin zu Hausfrau mit inzwischen weniger betreuungsintensiven Kindern. Sogar bei voll berufstätigen Menschen sind entsprechende Kapazitäten vorhanden, diese werden jedoch aus Unkenntnis über den Bedarf in unmittelbarer Nähe und aufgrund Zeitmangels zur notwendigen Organisation schlicht nicht abgerufen.

Während in unserer Bevölkerung sicherlich eine große Hilfsbereitschaft zu verzeichnen ist, so lässt sich doch erkennen, dass auch ältere Menschen sich in Ihrer Freizeitgestaltung durch Verpflichtungen nicht einschränken möchten. Dementsprechend bedarf es eines höchst effizienten, unkomplizierten und für den ehrenamtlichen Helfer flexiblen und nicht zwingend langfristig bindenden Unterstützungsnetzwerkes.

In folgendem Schaubild haben wir die aktuelle Situation des Hilfebedarfs und einen Ausblick für das Jahr 2030 zusammengefasst:

Die aktuelle Situation des Hilfebedarfs und einen Ausblick für das Jahr 2030

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